Lebenswertes Penzlin

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Lebenswert finde ich eine Gemeinschaft, welche nachhaltig und zukunftsorientiert agiert. 43% des eigenen Strombedarfes zu produzieren sehe ich nur als Anfang und Ausgangssituation. Der Verbrauch ist 100 Prozent. Die Frage die sich mir stellt, ist wo denn die anderen 57 Prozent herkommen sollen. Aus der Steckdose..und dann ist es egal?? Vor wessen Haustür sollen dann Windkrafträder stehen, welche 157 Prozent des eigenen Strombedarfes produzieren??? Die weitere Frage ist, sind Sie dann bereit den Stromverbrauch durch eigene Maßnahmen zu reduzieren?? Mit welchen Maßnahmen? Welche Pläne dazu gibt es oder soll sich nun auf 43 Prozent (das ist weniger als die Hälfte!!) ausgeruht werden?

Stefan Schnabel


Vielen Dank für Ihren Kommentar.
43% Anteil erneuerbare Energie sind viel für eine Stadt wie Penzlin. Sicher 100% sind erstrebenswert. Doch die Errichtung einer komplett neuen Energieinfrastruktur neben der Alten ist eine gewaltige Aufgabe und in so kurzer Zeit einfach nicht zu stemmen.
Es wird nicht bezweifelt, dass eine Wende in der Energieproduktion und dem Energieverbrauch dringend nötig ist. Energiewende bedeutet aber mehr als planlos Windräder, Solar-und Biogasanlagen zu installieren oder Regenwald durch Palmölplantagen zu ersetzen.
Wir haben auf Jahre keine Netze, um die so produzierten Strommengen aufzunehmen und zweckmäßig zu verteilen und wir haben keine Speicher, die diese jetzt schon gewaltigen Energiemengen aus EE effizient  speichern und bei Bedarf abgeben  können. Ungläubig müssen wir zu Kenntnis nehmen, dass es sich nun wieder lohnt, Braunkohle zu verstromen und Windparks auf See werden mit Diesel betrieben, um sie nicht verrotten zu lassen. Die Rechnung für diese Planlosigkeit zahlt auf 20 Jahre der „kleine“ Stromverbraucher mit  „open end“ Option.
Jeder ist aufgerufen seinen Beitrag zu leisten und viele tun das auch schon. Da wird auf dem eigenen Dach Solarstrom für den Eigenverbrauch produziert, die  Heizungen werden mit nachwachsenden heimischen Rohstoffen betrieben. So mancher  verzichtet auf den Flieger in den Urlaub oder nutzt sogar schon ein Elektroauto. Erneuerbare Energie, das sind nicht nur Windräder. Es gibt viele neue Technologien, denen wir eine Chance geben sollten, sich zu entwickeln. Mit der einseitigen überproportionalen Förderung einzelner Sparten, wie beispielsweise Windenergie kann man möglicherweise effizientere Technologien unterdrücken.
So wie sich das in Penzlin darstellt, sollten weitere Windräder allein aus finanziellen Erwägungen aufgestellt werden und weil die Rechnung für die Stadt nicht aufgeht, hat man sich dagegen entschieden. Das hat nichts mit der Energiewende zu tun.
Der gesellschaftliche Kraftakt „Energiewende“ ist von unseren Politikkern schlecht durchdacht und vorbereitet worden. Die Geschwindigkeit mit der sich hier Fehlentwicklungen etablieren und ihre Auswirkungen zeigen, ist erschreckend. Ohne Korrektur vom Gesetzgeber wird das Ganze „in die Hose gehen“.
 
Heike Hoch
Sprecherin der BI
Quo vadis Energiewende?
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Am 04.07.2013 fand eine interessant Veranstaltung der IHK in Potsdam statt  zum Thema:
„Wie kann die Energiewende gesamtgesellschaftlich zum Erfolg geführt werden und damit auch tatsächlich nachhaltig sein. Dieser Frage gingen Redner und Zuhörer im Rahmen dieser Veranstaltung nach, um die Probleme zu benennen und Lösungsansätze zu diskutieren.“
Die Vorträge zum Download unter folgendem Link:
http://www.eti-brandenburg.de/termine/termin-ansicht/article/energiewende-6/

Mit dabei waren auch Vertreter von verschiedenen Bürgerinitiativen des Landes Brandenburg.  Diese Veranstaltung war der Ausgangspunkt für einen offenen Brief, der von Vertretern von  über 50 Bürgerinitiativen in der Volksinitiative des Landes Brandenburg und der Bundesinitiative Vernunftkraft  unterzeichnet wurde. Adressaten des Briefes sind alle Brandenburger Minister, Landtag, Fraktionen, Bürgermeister, Altmaier, alle MP in Deutschland, die Presse und viele Bundestagsabgeordnete.
(Klick zum Brief).

Besonders interessant war der Vortrag des Staatssekretärs des Wirtschaftsministeriums Brandenburgs Henning Heidemanns. Seine Ausführungen lassen einen Blick auf die große Herausforderung der Energiewende zu.

1. Die fehlenden Kapazitäten durch den geplante Atomausstieg bis 2022 sollen durch  Erneuerbare Energien (EE)  ersetz werden.  Da die favorisierten  Windparks auf dem Meer aus dem Rennen sind und noch kein realisierbarer Ersatz für gesicherte Stromproduktion aus EE in den erforderlichen Mengen gefunden ist, ist der Zeitplan akut gefährdet.
2. Die Dezentralität der EE erfordert einen schnellen Ausbau unserer langsamen, überalterten und überlasteten Netze. Derzeit dauert es ca. 10 Jahre bis eine neue große Stromtrasse gebaut ist, unter anderem auch weil die Bevölkerung am Entscheidungsprozess beteiligt wird.
3. Schwankende Einspeisung aus EE erfordern eine neues Netzmanagement, das in den Kinderschuhen steckt, Speichertechnologien sind notwendig. Die Speichertechnologien befinden sich noch im Forschungsstadium. Die Lösung ist noch nicht gefunden. Frühstens, wenn überhaupt in 10 Jahren kann man mit einem anwendungsreifen Ergebnis rechnen.
4. Netzengpässe und fehlende Speicher erfordern Energieeinsparung und Energieeffizienz. Unsere auf Wachstum ausgerichtete Gesellschaft tut sich schwer, auf Gebieten zu schrumpfen in denen man gut Geld verdienen kann.
5.  Versorgungssicherheit zu akzeptablen Kosten durch EE. Das bedeutet eine Reform des EEG schnellstmöglich gegen die Wiederstände der profitierenden Beteiligten. Der Strompreis hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt und steigt bis jetzt weiter rasant, insbesondere durch den unkontrollierten Ausbau der EE
6. Schwindende Akzeptanz bei allen Technologien und Strukturen. Akzeptanz kann man nur durch Transparenz und Beteiligung erreichen und das ist ein schwieriger und langwieriger Prozess (siehe Netzausbau.)

Die Herausforderungen der Energiewende sind gewaltig.

Unsere Hauptzugpferde Wind-und Solarstrom sind  innerhalb der nächsten 10 Jahre nicht speicherbar.
Unsere Netze sind veraltet und verfügen nicht über ausreichend Kapazitäten, Neubauten brauchen lange.
Das Überangebot an nicht speicherbarem Wind-und Solarstrom lässt die Strompreise an der Börse auf zur Zeit 3 Cent  purzeln. Kraftwerksbetreiber können ihre Kraftwerke so nicht rentabel betreiben und drohen damit die konventionellen Werke still zu legen und gefährden damit die Versorgungssicherheit  an windstillen,dunklen Tagen und Nächten.
Die Kosten der Energiewende steigen damit in schwindelerregende Höhen, weil die EE und die konventionellen Erzeuger zusätzlich bezahlt werden müssen. Auf Renditen wird nicht verzichtet.
Die Akzeptanz der Energiewende schwindet auf breiter Front.

Wir haben uns da wohl mehr auf den Teller geladen als wir essen können, hätte meine Großmutter gesagt . Wir sollten den Mut haben unsere Strategie grundlegend zu überdenken. Auf keinen Fall macht es Sinn weitere Windkraftanlagen und Solarfelder  zu bauen, wenn wir nicht in der Lage sind, den Strom effizient zu nutzen. Die gewaltige Kraftanstrengung, ein komplett neues Energiesystem innerhalb kürzester Zeit neben dem alten aufzubauen, scheint uns überfordern, zumal die kleinen Verbraucher dies hauptsächlich finanzieren sollen. Gut gedacht aber schlecht gemacht.
                                                     Heike Hoch



Argument des Monats heute von Prof. J. Peters von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde für die Errichtung weiterer Windräder

Es ist positiv zu bewerten, wenn die Energiegewinnung wieder stärker das Landschaftsbild prägt. Die Sichtbarkeit unseres Energiebedarfes in der Kulturlandschaft führe zu einem stärkeren Bewusstsein der Umweltauswirkungen unseres Lebensstils.

Windstrom statt Atomstrom – warum die Rechnung nicht aufgeht
Heike Hoch
Windsrom kontra Atomstrom
EU überprüft Befreieung der Stromgroßverbraucher von der Ökoumlage
Regierungsprogramm Gabriel