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Greifswalder Appell zur Beachtung der Denkmal­werte in der Landschaft bei der Errichtung neuer Photo­voltaik- und Wind­kraft­anlagen
verabschiedet von der Mitgliederversammlung auf dem 32. Deutschen Kunst­historikertag in Greifswald am 22.03.2013

Bedrohte Kulturlandschaft
Greifswalder Appell zur Beachtung der Denkmalwerte in der Landschaft bei der Errichtung neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen

Die Landschaft in Deutschland ist in hohem Maße kulturbestimmt. In vielen Regionen hat sich die Kultur­landschaft zu einer Denkmallandschaft verdichtet, deren Erfor­schung, Interpretation und Schutz zu den Kernaufgaben der Kunstgeschichte gehören. Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. sieht durch die 2011 be­schlos­sene Energie­­wende und den damit verbundenen Ausbau der erneuerbaren Energien mit neuen Windkraft- und Photovoltaik­anlagen die historischen Kultur­landschaften Deutschlands erheblich bedroht. Besonders deutlich ist der Landschaftswandel bereits jetzt in Nord­deutschland zu bemer­ken, wo der weite, unverstellte Blick auf den Horizont zu den identitäts­stiftenden Merkmalen der Landschaft zählt.
Inzwischen wurde mit dem Bau einer neuen Generation von Windkraft­anlagen be­gonnen, deren Höhe nicht mehr wie früher um die 60 Meter, sondern bis zu 200 Metern beträgt. Sie werden damit deutlich höher als der Kölner Dom. Solche Anlagen sind in der norddeutschen Tiefebene über viele Kilometer sichtbar. Die Anzahl der Wind­energie­anlagen in Schleswig-Holstein betrug im vergangenen Jahr 185 Anlagen je 1000 Quadratkilometer. In vielen Landes­teilen sehen wir die Grenze der Belast­barkeit der überlieferten Kulturlandschaft damit erreicht, manchmal bereits über­schritten. In Mecklenburg-Vorpommern waren es im vergangenen Jahr 1419 einzelne Anlagen und damit 62 je 1000 Qua­drat­kilometer. Mit einer weiteren massiven Verdich­tung der Anlagen ist durch die be­schleunigte Umsetzung der Energiewende zu rechnen.
Zehntausende Denkmale werden im gesamten Bundesgebiet durch die Errichtung neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen in ihrem Wirkungsraum beeinträchtigt. Um nur ein einziges Bei­spiel zu nennen: Bereits heute ist die Silhouettenwirkung der Stadt Prenzlau in der Uckermark durch die um­liegenden Windkraftanlagen nachhaltig gestört. Ausgerechnet hier, wo der berühmte, weithin sichtbare Schau­giebel und die Türme der Marienkirche das Stadtbild seit Jahr­hunderten prägen, werden die histo­risch gewachsenen Dimensionen durch Windkraftanlagen an der Stadtperipherie ignoriert. Diese Nutz­bauten erreichen die Höhe der stadtbildprägenden historischen Denkmäler, ja übertreffen sie an manchen Stellen. Dass damit eine massive Beein­trächtigung von Denkmalwerten verbunden ist, steht außer Frage. Dem Schweigen sämtlicher politi­scher Parteien zu diesem Problem – auch solcher, denen der Land­schafts- bzw. Kulturlandschafts­schutz ureigenste Sorge sein müsste – setzen wir unsere Stellung­nahme entgegen.
Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. wendet sich nicht gegen die Energie­wen­de, plädiert aber dafür, die Bedenken von Denkmalpflegern und enga­gierten Bürgern ernst zu nehmen, um weitere gravieren­de Beein­trächti­gungen der historischen Kulturlandschaften zu verhindern.

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. fordert daher:
· die grundsätzliche Beachtung der kulturellen Werte als identitätsstiftende Bausteine der Kulturlandschaften in Deutschland,
· das vollständige Freihalten der wertvollen historischen Kulturlandschaften von den genannten Anlagen,
· die Einhaltung von Mindestabständen zwischen den Windkraftanlagen und den Denkmalen,
· die Einbeziehung der Denkmalpflege als zuständiger Fachbehörde bereits im Vorfeld aller Planungsverfahren und ihre zureichende Ausstattung mit Personal